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Wärmepumpe im Effizienzhaus 40: Technik, Kosten, Förderpraxis

Im Effizienzhaus 40 ist die Wärmepumpe faktisch der Standard-Wärmeerzeuger: Sie liefert die niedrigen Primärenergiewerte, die der EH-40-Nachweis verlangt. Dieser Ratgeber vergleicht Luft- und Sole-Wärmepumpe, ordnet Kosten-Richtwerte für 2026 ein und erklärt, wie die Anlage in Nachweis und Förderpraxis wirkt.

Stand: 4. August 2026
Lesezeit: 9 Min.

Im Effizienzhaus 40 ist die Wärmepumpe praktisch gesetzt: Sie liefert die niedrigen Primärenergiewerte, die der Standard verlangt, und erfüllt zugleich die 65-%-Regel für erneuerbare Wärme. Dieser Ratgeber ordnet Technik, Kosten-Richtwerte 2026 und Förderpraxis ein — Zahlen zuerst, ohne Superlative.

Kurzantwort: Für ein EH 40 kommen fast ausschließlich Luft-Wasser- oder Sole-Wasser-Wärmepumpen zum Einsatz. Richtwerte 2026: Luft-Wasser rund 18.000–28.000 €, Sole-Wasser (Erdwärme) rund 27.000–40.000 € inkl. Erschließung. Entscheidend für den Nachweis ist die Jahresarbeitszahl (JAZ): je höher, desto besser die Bilanz. Eine eigene Wärmepumpen-Förderung gibt es beim Neubau-EH-40 nicht separat — sie ist Teil des geförderten Gesamtstandards.

JAZ ≥ 3,5
Zielwert Luft-Wasser
praxisüblich im Neubau
≥ 65 %
erneuerbare Wärme (GEG)
durch WP erfüllt
≤ 40 %
Primärenergie EH 40
vs. Referenzgebäude

Welche Wärmepumpe passt ins Effizienzhaus 40?

Zwei Bauarten dominieren: Die Luft-Wasser-Wärmepumpe nutzt Außenluft, ist günstiger und ohne Bohrung installierbar, verliert aber bei Frost an Effizienz. Die Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdwärme) entzieht dem Boden über Sonden oder Kollektoren Wärme, arbeitet über das Jahr stabiler und erreicht höhere Arbeitszahlen — kostet aber mehr und braucht Genehmigung sowie geeigneten Baugrund. Im EH 40 zahlt sich eine hohe JAZ doppelt aus: niedrigere Betriebskosten und ein besserer Nachweiswert.

Luft- vs. Sole-Wärmepumpe im EH 40 (Richtwerte, Stand 2026)

KriteriumLuft-WasserSole-Wasser (Erdwärme)
Investition inkl. Einbauca. 18.000–28.000 €ca. 27.000–40.000 €
JAZ (praxisüblich)ca. 3,0–4,0ca. 4,0–5,0
Erschließungkeine Bohrung nötigBohrung/Kollektor + Genehmigung
Platzbedarf außenAußeneinheitBohrfläche/Gartenfläche
Nachweis-Wirkunggutsehr gut (höhere JAZ)

JAZ ist kein Datenblattwert

Die Jahresarbeitszahl beschreibt das reale Verhältnis von Wärmeertrag zu Stromeinsatz über ein Jahr. Sie hängt von Vorlauftemperatur (Flächenheizung hilft), Auslegung und Nutzerverhalten ab — nicht allein vom Gerät. Für das EH 40 sollte die Auslegung ein Fachplaner übernehmen.

Was kostet die Wärmepumpe im Betrieb?

Die Betriebskosten sinken mit steigender JAZ und mit Eigenstrom aus einer PV-Anlage. Eine überschlägige Rechnung: Bei einem Wärmebedarf von rund 6.000 kWh/Jahr und einer JAZ von 4,0 werden etwa 1.500 kWh Strom benötigt. Wie viel davon PV deckt, entscheidet über die laufenden Kosten. Die Kombination mit Photovoltaik und Speicher ist im EH 40 daher Standard — und stützt zugleich den Nachweis.

Grobe Betriebskosten-Orientierung (Beispielrechnung, Stand 2026)

Wärmebedarf/JahrJAZStrombedarf WPdavon PV-gedeckt (Beispiel)
6.000 kWh3,5≈ 1.715 kWh0–60 % je nach Anlage
6.000 kWh4,0≈ 1.500 kWh0–60 % je nach Anlage
6.000 kWh4,5≈ 1.335 kWh0–60 % je nach Anlage

Wie sieht die Förderpraxis aus?

Kurzantwort: Beim Neubau eines Effizienzhauses 40 gibt es keine separate Wärmepumpen-Förderung — die Anlage ist Teil des geförderten Gesamtstandards (z. B. über den zinsverbilligten KfW-Kredit für Familien). Die eigenständige Heizungsförderung des Bundes zielt auf den Austausch im Bestand, nicht auf den geförderten Neubau. Doppelförderung ist ausgeschlossen.

Für den Neubau zählt daher: Die Wärmepumpe muss den EH-40-Nachweis stützen, nicht einen eigenen Zuschuss auslösen. Welche Kredit- und Zuschussmöglichkeiten den Standard fördern, zeigt die Übersicht der Förderprogramme. Die technischen Zielwerte, die die Wärmepumpe mit erfüllen muss, listen die EH-40-Anforderungen. Den Weg von Antrag bis Verwendungsnachweis beschreibt der Förderablauf.

Effizienzstandard laut Hersteller

Ob ein angebotenes Haus die EH-40-Werte tatsächlich erreicht, belegt erst der Nachweis des Energie-Effizienz-Experten. Herstellerangaben zur Wärmepumpe sind ein Ausgangspunkt, kein Ersatz für die Bilanz.

Warum die Auslegung über den Erfolg entscheidet

Eine Wärmepumpe arbeitet dann effizient, wenn sie zum Haus passt — nicht, wenn sie möglichst groß ist. Im gut gedämmten Effizienzhaus 40 ist der Wärmebedarf niedrig, deshalb genügt eine vergleichsweise kleine Anlage. Wird sie zu groß dimensioniert, taktet sie häufig, verschleißt schneller und verschlechtert die Jahresarbeitszahl. Entscheidend sind eine korrekte Heizlastberechnung nach Norm, eine niedrige Vorlauftemperatur über großflächige Heizflächen wie die Fußbodenheizung und ein hydraulischer Abgleich, der die Wärme gleichmäßig verteilt. Diese Punkte gehören in die Fachplanung, nicht ins Datenblatt.

Für den EH-40-Nachweis zählt zudem das Zusammenspiel mit der Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, die in diesem Standard fast immer vorhanden ist. Sie senkt den Lüftungswärmeverlust und entlastet die Wärmepumpe zusätzlich. Wer die Anlagentechnik von Anfang an als Gesamtkonzept plant — Wärmepumpe, Flächenheizung, Lüftung und Photovoltaik —, erreicht die EH-40-Werte meist deutlich souveräner als bei nachträglicher Optimierung einzelner Bausteine.

Aufstellort und Schallschutz nicht unterschätzen

Bei der Luft-Wasser-Wärmepumpe steht eine Außeneinheit im Garten oder an der Fassade. Sie erzeugt im Betrieb Geräusche, für die es je nach Bundesland und Nachbarschaft Immissionsrichtwerte gibt. Planen Sie den Aufstellort früh: ausreichend Abstand zur Grundstücksgrenze und zu Schlafräumen der Nachbarn, schallabsorbierende Untergründe und gegebenenfalls eine Einhausung. Die Sole-Wärmepumpe steht dagegen im Technikraum und ist von außen praktisch unhörbar — ein weiterer, oft übersehener Vorteil der Erdwärme neben der höheren Arbeitszahl. Klären Sie die Anforderungen vor Baubeginn mit dem Fachplaner und, bei Bohrungen, mit der zuständigen Behörde.

Häufige Fragen

Reicht eine Luft-Wärmepumpe fürs EH 40? In der Regel ja — in Kombination mit sehr guter Dämmung, Flächenheizung und meist PV. Die Sole-Variante erreicht höhere Arbeitszahlen, ist aber teurer und genehmigungspflichtig.

Gibt es für die Wärmepumpe im Neubau einen extra Zuschuss? Beim geförderten EH-40-Neubau nein: Sie ist Teil des Gesamtstandards. Die separate Heizungsförderung greift beim Heizungstausch im Bestand (Stand 2026, kfw.de).

Wie hoch sollte die JAZ sein? Praxisüblich liegen Luft-Wärmepumpen bei etwa 3,0–4,0, Erdwärme bei 4,0–5,0. Niedrige Vorlauftemperaturen über eine Fußbodenheizung verbessern den Wert deutlich.

Lohnt sich der Speicher zur Wärmepumpe? Ein Batteriespeicher erhöht den PV-Eigenverbrauch und senkt die Stromkosten der Wärmepumpe. Ob er sich rechnet, hängt von Anlagengröße, Verbrauch und Strompreis ab.

Kann ich die Wärmepumpe später tauschen? Technisch ja, doch der EH-40-Nachweis basiert auf der eingebauten Anlage. Ein späterer Wechsel auf ein ineffizienteres Gerät kann den Standard rechnerisch gefährden.

Quellen: Gebäudeenergiegesetz (GEG), Fassung 2026; KfW-Programmbedingungen zur Neubauförderung, Stand 2026, kfw.de; Kosten-Richtwerte auf Basis marktüblicher Angebotsspannen 2026. Alle Werte sind Orientierung, kein verbindliches Angebot.

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Wichtige Fragen kurz erklärt

Die häufigsten Preisfragen rund um Wärmepumpe im Effizienzhaus 40 – kompakt beantwortet von der Redaktion von kfw40fertighaus.de (Stand 2026).

Reicht eine Luft-Wärmepumpe für ein Effizienzhaus 40?
In der Regel ja – in Kombination mit sehr guter Dämmung, einer Flächenheizung mit niedriger Vorlauftemperatur und meist einer PV-Anlage. Die Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdwärme) erreicht höhere Jahresarbeitszahlen und damit eine bessere Bilanz, ist aber teurer und genehmigungspflichtig. Welche Variante passt, hängt von Baugrund, Budget und Nachweisziel ab (Richtwerte Stand 2026).
Gibt es für die Wärmepumpe im EH-40-Neubau einen separaten Zuschuss?
Nein. Beim geförderten Neubau eines Effizienzhauses 40 ist die Wärmepumpe Teil des geförderten Gesamtstandards, etwa über den zinsverbilligten KfW-Kredit. Die eigenständige Heizungsförderung des Bundes zielt auf den Heizungstausch im Bestand, nicht auf den geförderten Neubau. Eine Doppelförderung ist ausgeschlossen (Stand 2026, kfw.de).
Was kostet eine Wärmepumpe im Effizienzhaus 40?
Als Richtwert für 2026 liegt eine Luft-Wasser-Wärmepumpe inklusive Einbau bei rund 18.000 bis 28.000 Euro, eine Sole-Wasser-Wärmepumpe mit Erschließung bei rund 27.000 bis 40.000 Euro. Die Betriebskosten sinken mit steigender Jahresarbeitszahl und mit Eigenstrom aus einer PV-Anlage. Die Werte sind Orientierung, kein verbindliches Angebot.
Wie hoch sollte die Jahresarbeitszahl sein?
Praxisüblich erreichen Luft-Wasser-Wärmepumpen im Neubau etwa 3,0 bis 4,0, Erdwärme-Anlagen 4,0 bis 5,0. Die Jahresarbeitszahl (JAZ) beschreibt das reale Verhältnis von Wärmeertrag zu Stromeinsatz über ein Jahr und hängt von Vorlauftemperatur, Auslegung und Nutzerverhalten ab – nicht allein vom Gerät. Im EH 40 verbessert eine niedrige Vorlauftemperatur über eine Fußbodenheizung den Wert deutlich.
Warum ist die Kombination mit Photovoltaik im EH 40 sinnvoll?
Photovoltaik deckt einen Teil des Wärmepumpen-Strombedarfs selbst und senkt so die Betriebskosten. Zugleich stützt der eigenerzeugte Strom den EH-40-Nachweis, weil er den Jahres-Primärenergiebedarf senkt. Ein Batteriespeicher erhöht den Eigenverbrauch zusätzlich – ob er sich rechnet, hängt von Anlagengröße, Verbrauch und Strompreis ab (Stand 2026).
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